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Der Bundesstaat Kansas, geprägt durch Rinderhaltung, Getreide- und Sonnenblumenfelder sowie zahllose Pumpen zur Erdöl- und Erdgasförderung, liegt auf halbem Wege zwischen Atlantik und Pazifik. Aus diesem Grunde wird Kansas auch als "Midway, U.S.A." bezeichnet. Da Kansas der größte Weizenproduzent der Vereinigten Staaten ist, wird dieser Bundesstaat aber auch oft "Wheat State" (Weizenstaat) und "Breadbasket of America" (Amerikas Brotkorb) genannt. Aufgrund der überwiegenden Landwirtschaft ist Kansas recht dünn besiedelt: nur 2.5 Millionen Menschen leben in dem Staat.
Wer mit dem Auto durch die im Zentrum der USA gelegenen so genannten "Plains States" Kansas, Nebraska, North Dakota, South Dakota und Oklahoma fährt, wird schnell erkennen, dass viele Kleinstädte in dieser Region ums Überleben kämpfen. 89 Prozent der 2.421 Städte in diesen Staaten haben mittlerweile weniger als 3.000 Einwohner, viele sogar weniger als 1.000. Die immer geringer werdene Zahl von kleinen und mittelgroßen Farmen im Umfeld der Orte und die damit verbundene geringer werdene Nachfrage im Handel und im Dienstleistungsbereich haben zur Aufgabe von vielen Geschäften in diesen Städten geführt. Die meisten jungen Leute zieht es in größere Orte mit besser bezahlten Jobs und vielfältigeren Freizeit- und Bildungsangeboten. Ohne junge Leute gibt es in den Kleinstädten jedoch nicht genug Kinder, so dass dort immer mehr Schulen schließen müssen, da die staatlichen Zuschüsse, die an die Schülerzahl gebunden sind, ausbleiben. Damit ist das Schicksal einer Stadt jedoch besiegelt, denn ohne Schulen wollen Familien mit Kindern natürlich dort nicht leben, so dass auch viele der verbliebenen jungen Leute wegziehen und andere nun garantiert nicht mehr zurückkommen. Die meisten dieser kleinen Orte sind schon heute zumeist von älteren Menschen bewohnt und ihre Einwohnerzahl wird in den kommenden Jahrzehnten weiterhin stetig abnehmen.
Einige Orte in Kansas wollen sich jedoch nicht so einfach ihrem Schicksal ergeben. In der Vergangenheit haben sie oft versucht, Unternehmen anzulocken, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Leute im Ort zu halten. Das hat aber nicht so richtig funktioniert. Nun versuchen sie durch die Vergabe von kostenlosem Bauland, neue Einwohner anzulocken, die sich ihren eigenen Arbeitsplatz schaffen. Das ist eine altbewährte Idee, schließlich wurden die "Plains States" hauptsächlich durch die Vergabe von kostenlosem Land an Bauern, viele von ihnen deutsche Einwanderer, besiedelt. Ihre gemeinsame Website KansasFreeLand.com hat daher auch schon das Interesse der amerikanischen Medien geweckt.
Auch geht das Angebot oft über kostenloses Land hinaus. In Ellsworth wird z. B. die Anzahlung für den Hausbau erleichtert, indem es einen Zuschuss für jedes Kind, das in der Schule angemeldet wird, gibt. Die örtlichen Banken geben ferner kostengünstige Kredite. Außerdem werden die Gebühren für verschiedene Genehmigungen, die zum Hausbau erforderlich sind, erlassen. Voraussetzungen für das kostenlose Bauland sind der Vertragsabschluss mit einem Bauunternehmen innerhalb von sechs Monaten, Baubeginn innerhalb von zwölf Monaten und Bezug innerhalb von 24 Monaten.
Nicht jeder ist jedoch für ein Leben in diesen Orten geschaffen. Die Einkaufsmöglichkeiten sind sehr beschränkt, einen Arzt, ein Kino, einen Buchladen und dergleichen gibt es oft nicht. Man hofft daher wohl in erster Linie, dass Leute, die auf dem Lande aufgewachsen sind und dann in die Großstadt zogen, nun zu einem ruhigen Leben ohne Hektik und Kriminalität zurückkehren wollen.
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