Romane über deutsche Auswanderer in den USA

Deutsche Auswanderer haben 50 Millionen Nachfahren

Anzeigen Auswanderer SchiffeDeutschamerikaner, also die Nachfahren deutscher Auswanderer, stellen die größte Bevölkerungsgruppe in den USA. Mehr als 50 Millionen Amerikaner gaben in der Volkszählung des Jahres 2010 German als ihre Hauptabstammung an. Das sind mehr als 15 Prozent der Bevölkerung.

Das 19. Jahrhundert sah mit 8 Millionen Menschen den Höhepunkt der deutschen Auswanderung in die USA, wovon die Achtziger Jahre mit rund 1,5 Millionen Menschen noch einmal besonders hervorragen:

1820-1840: 160.335
1841-1850: 434.626
1851-1860: 951.667
1861-1870: 787.468
1871-1880: 718.182
1881-1890: 1.452.970
1891-1900: 505.152

Deutsche Bauern wurden durch kostenloses Land angelockt

Deutsche AuswandererDeutsche Bauern besiedelten damals weite Landstriche, insbesondere in den Präriegebieten von Nebraska, Kansas, North und South Dakota. Auf der Grundlage des Homestead-Gesetzes erhielten viele von ihnen nahezu kostenloses Land. Die Eisenbahngesellschaften boten außerdem preiswertes Land in ihren Einzugsbereichen an. Es war in ihrem Interesse, Menschen anzusiedeln, damit sie deren Ernten in die Großstädte und umgekehrt Gegenstände des täglichen Bedarfs sowie Baumaterialien für die Siedler transportieren konnten. Um viele Siedler in diese Gegenden zu locken, priesen sie schon in Deutschland in Werbematerialien den fruchtbaren Boden und das angeblich günstige Klima an.

Viele besitzlose Bauern in Deutschland, besonders im Norden, wurden mit der Aussicht auf Land und Freiheit angelockt. Aus jedem Dorf wanderten in der Regel mehrere Familien aus und durch ihre Briefe wurden Freunde und Verwandte in der Heimat auf dem Laufenden gehalten und oft ebenfalls zu einer Auswanderung bewegt. Das führte dazu, dass um 1900 rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der USA im Besitz von deutschen Auswanderern bzw. deren Kindern waren.

Diese Auswanderer kamen nicht nur aus Deutschland. Ungefähr 100.000 Russlanddeutsche wanderten bis 1900 ebenfalls in die USA ein, hauptsächlich nach North und South Dakota, Kansas und Nebraska sowie Chicago. Die Zahl ihrer Nachkommen beträgt heute ca. 1 Million.

Deutsche Auswanderer bestimmten den Arbeitskampf in den USA

Aber auch in den deutschen Städten war das Auswandern ein Thema, insbesondere nach der Verabschiedung des Sozialistengesetzes. Zudem waren deutsche Facharbeiter in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr gefragt,

Insbesondere die Großstädte im Mittleren Westen hatten daher Ende des 19. Jahrhunderts ebenfalls einen sehr hohen Prozentsatz deutschstämmiger oder aus Deutschland eingewanderter Bewohner: Detroit (Michigan) 41%, St. Louis (Missouri) 45%, Cincinnati (Ohio) 54%, Davenport (Iowa) 62% und Milwaukee (Wisconsin) 70%.

Chicagoer Arbeiter ZeitungDie ausgewanderten deutschen Arbeiter bestimmten ganz wesentlich die Gewerkschaften und den Arbeitskampf während der zunehmenden Industrialisierung der Vereinigten Staaten. Sie wehrten sich auch gegen zunehmende Arbeitsteilung, die gut ausgebildete Fachkräfte immer mehr durch billige Abreitskräfte ersetzte, die für wenige Handgriffe schnell angelernt wurden. Die Arbeiter lebten zumeist unter unwürdigen Bedingungen, während die meisten Fabrikbesitzer in luxuriösen Villen wohnten.

Auswanderer-Romane lassen die Welt der Deutschen in Amerika auferstehen

Falls ihr euch für die deutsche Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert interessiert, dann seien euch die Auswanderer-Romane ans Herz gelegt, die hier nachfolgend vorgestellt werden. In ihnen geht sowohl um Bauern in der Prärie als auch Arbeiter in der Großstadt.

"Kai Blums Auswanderer-Krimis heben sich von der Masse der Histo-Krimis und wohl auch der Auswanderer-Romane ab." (Histo-Couch.de)

Auswanderer RomaneDie ersten drei Bände der Auswanderer-Krimis von Kai Blum lassen ihre Leser an der Besiedelung North Dakotas und am Kampf um den Achtstundentag in Chicago teilhaben und handeln in den Jahren 1881, 1883 und 1886. Weitere Bände sind geplant und sollen einen Bogen bis ans Ende des Zweiten Weltkriegs spannen und die Reihe zu einer echten Auswanderer-Saga entwickeln, die der aus Mecklenburg eingewanderten Familie sowie deren Freunden und Nachbarn folgen soll.

- Band 1: Hoffnung ist ein weites Feld
- Band 2: Man erntet, was man sät
- Band 3: Mit Müh und Not

Die ersten beiden Auswanderer-Romane tauchen in die neue Welt der deutschen Siedler ein und bringen uns die schwierigen Bedingungen nahe, mit denen sie zu kämpfen hatten, wie unheimlich heiße Sommer und extrem kalte und schneereiche Winter. Anders als von den Eisenbahngesellschaften angepriesen, war das Klima nämlich alles andere als günstig. Dazu kam, dass sich ernsthafte Rivalitäten zwischen den Siedlern ausbildeten und dass zum Teil auch noch alte Rechnungen aus der Heimat offen waren.

Und doch handelt es sich bei diesen Romanen nicht um Western. Vielmehr kann man sie eher dem Genre des Prärieromans zuordnen, der einen festen Bestandteil der nordamerikanischen Literatur bildet, jedoch in Deutschland nahezu unbekannt ist. Der Autor unternimmt mit seinen Büchern den Versuch, dies zu ändern. Histo-Couch.de stellt fest, das Projekt "bereichert die Landschaft der historischen Romane ungemein."

Die ersten beiden Bände sollten unbedingt zusammen gelesen werden, da der zweite Band Antworten auf einige offene Fragen aus dem ersten Band gibt.

Die Lektüre des dritten Bandes, der den Kampf um den Achtstundentag, den Bombenanschlag am Haymarket in Chicago und die darauf folgende Sozialistenverfolgung zum Thema hat, kann auch unabhängig von den ersten beiden Bänden erfolgen, obwohl Leser in ihm alte Bekannte aus Band 1 und 2 wiedertreffen. Die Ereignisse in diesem Buch wurden sehr sorgfältig recherchiert und der unaufgeklärte historische Fall einer plausiblen Lösung zugeführt. Zugleich handelt es sich hier um die Geschichte des 1. Mai, der wenige Tage vor dem Anschlag zum ersten Mal mit einer Massendemonstration in Chicago begangen wurde. Der Anschlag ist auch der Grund, warum der 1. Mai heute in den USA kein Feiertag ist.
 


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